Tai Chi – auch Tai Chi Chuan (andere Schreibweise: Taijiquan) oder chinesisches Schattenboxen genannt – ist eine chinesische Kampfkunst, deren Ursprung in der Verteidigung von körperlichen Angriffe liegt. Trainiert wird eine Bewegungsabfolge, die langsam und fließend und mit minimaler Muskelspannung ausgeführt wird. Die Atmung wird ruhiger und kräftiger, der Geist klar und frei. Gelenke und Bindegewebe werden dabei sanft gedehnt, die Wirbelsäule aufgerichtet, Blutzirkulation und Organfunktionen gestärkt.
Im TSK wird der bekannteste und am weit verbreitete Yang-Stil unterrichtet. Der Tai-Chi Meister Yang Lu-Chan entwickelte auf der Basis des Chen-Stils eine eigene Variante unter seinem eigenen Namen als Yang-Stil. Er entfernte die schnellen Sprünge aus dem Chen-Stil und führt die Form in einen ununterbrochenen, langsamen und fließenden Bewegungsablauf.
Yang Cheng Fu, der Enkel von Yang Lu-Chan, arbeitete die von seinem Großvater übernommenen Bewegungsformen zu der heute bekannten Standardform des Yang-Stils aus. Die Tai-Chi Formen des Yang-Stils werden in 3 Themengebiete untergliedert und tragen die entsprechenden Namen. Gemeinsam kommen sie auf 108 Bilder.
Der Leitgedanke der Form 1 – Die Erde – ist „Sinken und geistiges Verwurzeln“ als Vorbereitung auf die gesamte Energiearbeit. Neben der allgemeinen Energiearbeit liegt der Schwerpunkt beim Erden. Wenn man mit der Erde gut verwurzelt ist, gibt man das verbrauchte Chi und alles, was einen belastet, in die Erde ab. In diesem energetisch bereinigten Zustand nimmt man anschließend wieder frisches Chi auf.
Der Leitgedanke der Form 2 – Der Himmel – ist „Aufsteigen“. Nachdem man in der Form 1 gelernt hat, wie man mit der Erde verwurzelt, verbindet man sich in der Form 2 , mit Hilfe eines goldenen Fadens, mit dem Himmel. Über diesen goldenen Faden nimmt man geistigen Kontakt mit dem Universum auf und verwurzelt nach oben (zusätzlich zur bereits vorhandenen Erdverwurzelung). Die gleichzeitig nach oben und unten bestehende „geistige Verwurzelung“ führt zu einer guten Stabilisierung der Gesamtstatik. Durch diese starke Statik kann man entspannt stehen und das Chi aus der Erde und dem Universum aufnehmen, um es durch den Körper fließen zu lassen.
Der Leitgedanke der Form 3 – Der Mensch – ist „Dehnen“ als Folge der Verbindung von „Sinken (Form 1) mit Aufsteigen (Form 2)“. Der Mensch wandelt zwischen Himmel und Erde. Die Bewegungen und die geistige Achtsamkeit gehen mal mehr in die Erde wie in Form 1 „Sinken“, mal mehr zum Himmel wie in Form 2 „Aufsteigen“ aber auch beides zusammen wie in Form 3 „Dehnen“.
– Aus dem Buch „Tai-Chi – Grundwissen, Pekingform und Yang-Stil“ von Tai-Chi Lehrer Gerhard Dietz –
Das Training findet wöchentlich dienstags von 16:30-17:30 Uhr (Einsteiger, Form 1), 17:30-18:45 Uhr (Fortgeschrittene, Form 3) und von 18:45-20:00 Uhr (Mittelstufe, Form 2) statt.
Achtung: Die Gruppe trifft sich nicht im Clubhaus, sondern in der Gymnastikhalle der Heinrich-Hanselmann-Schule (Arnold-Janssen-Str. 25 C, 53757 Sankt Augustin):
Kommen Sie einfach zu einem kostenlosen Probetraining vorbei und machen mit!








